Auch in diesem Schuljahr fand hierzu eine Studien- und Berufsorientierungswoche für unseren Jahrgang 11 statt. Zu Gast war erneut Dominic Erfkamp von der Bundesagentur für Arbeit, der zunächst einen Überblick über das deutsche Bildungsangebot nach dem Abitur lieferte. Hierbei wurden zum Beispiel die unterschiedlichen Hochschulformen erläutert und unter anderem darauf hingewiesen, dass eine traditionelle Universität eher einen Schwerpunkt auf Forschung und eine theoretisch fundierte wissenschaftliche Ausbildung legt, während an den Fachhochschulen (Universities of Applied Sciences) die Praxisorientierung im Vordergrund steht und die Studierenden im Erstellen des eigenen Stundenplans mehr unterstützt werden. An dualen Hochschulen wird bereits parallel zum Studium in Unternehmen gearbeitet und ausgebildet, was einerseits ein gewisses Einkommen und eine gute Vernetzung von Theorie und Praxis zur Folge hat, andererseits aber auch wesentlich weniger Freizeit und insbesondere Ferien bedeutet. Außerdem sind in Deutschland die sogenannten Ausbildungen in Unternehmen angesehen, welche man bereits nach dem Abschluss der Mittleren Reife beginnen kann. Hierbei handelt es sich nicht um ein Studium. Herr Erfkamp informierte ebenfalls über Möglichkeiten eines Überbrückungsjahres wie eines freiwilligen sozialen Jahres, welches zum Beispiel jährlich junge Menschen in unserem Kindergarten und in der Vorschule absolvieren. Daneben wurde allen Schülerinnen und Schülern ein individuelles Beratungsgespräch hinsichtlich ihrer besonderen Vorlieben und Begabungen angeboten.
Außerdem haben die Universität Mannheim und die Universidad del Atlántico Medio Gran Canaria Workshops zur Entscheidungsfindung durchgeführt.
Ihr Studienangebot und ihre verschiedenen Standorte haben folgende Hochschulen vorgestellt:
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Technische Universität Dresden, University of Applied Sciences Frankfurt, Universität Heidelberg, Universität Mannheim, Universität Potsdam und Universität München.
Es wurden dabei Einblicke in verschiedenste Studienrichtungen wie zum Beispiel Medizin, Ingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Lehramt oder Psychologie geboten und auf die Anforderungen hingewiesen.
Im Rahmen der Vorträge wurden auch Themen wie Wohnen, Finanzierung und Bewerbungen angesprochen, um den Schülern schon jetzt bewusst zu machen, worauf bei der Studien- und Universitätswahl zu achten ist.
Wie in den letzten Jahren berichteten ebenfalls einige Alumni von ihren Erfahrungen hinsichtlich des Studierens, Wohnens und Lebens in Deutschland. Ebenso gestaltete unser Sozialpädagoge Álvaro Fleitas Pulido einen Vortrag mit anschließendem Austausch über seine Erfahrungen in Deutschland im Vergleich zu Spanien. Er verwies dabei auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturen und gab hilfreiche praktische Tipps.
In Zusammenarbeit mit dem Elternvorstand Carlos Bethencourt besuchten uns erstmalig Eltern, die von ihren Studien- und Berufserfahrungen in Deutschland und Spanien berichteten und die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler sehr engagiert beantworteten. Die Schülerschaft würdigte dieses Engagement sehr und empfand insbesondere den Einblick in die Berufswelt nach dem Studium als sehr eindrucksvoll. Alle waren sich einig, dass seine derartige Veranstaltung auch in Zukunft wünschenswert und gewinnbringend wäre. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Eltern!
Gefreut haben wir uns auch über den bereits vierten persönlichen Besuch von Javier Montiel aus Madrid in diesem Februar. Er hat uns sowohl die FEDA (Formacíon Empresarial Dual Alemana) als auch die EWA (Europäische Wirtschaftsakademie) vorgestellt. Bei der FEDA kann man eine duale Ausbildung machen und bei der EWA ein duales Studium absolvieren. In beiden Fällen wird mit namhaften deutschen Unternehmen wie Mercedes oder Siemens zusammengearbeitet und ein großer Vorteil sind die vergleichsweise sehr kleinen Lerngruppen und somit die individuelle Betreuung. Der Standort ist hierbei Madrid. Somit wurde auch ein Angebot an diejenigen gemacht, die es vorziehen, in Spanien zu bleiben. Bereits mehrere ehemalige Schülerinnen und Schüler der DSLPA sind bereits an der FEDA bzw. EWA.
Javier Montiel hat ebenfalls ein Bewerbungstraining mit dem Jahrgang 11 durchgeführt, wobei neben dem Erstellen geeigneter Unterlagen auch das Auftreten und Verhalten in Bewerbungsgesprächen thematisiert wurde. Empfohlen hat er auch das Absolvieren geeigneter Praktika. Unsere Schülerinnen und Schüler werden auch in diesem Schuljahr wieder ein Betriebspraktikum im Juni machen, vorrangig im Raum Bonn/Köln in Deutschland. Dies wird von Lehrkräften der Schule organisiert und begleitet.
Unsere diesjährigen Abiturienten im Jahrgang 12 sind nun schon etwas weiter und stehen kurz vor dem Schulabschluss und somit vor der Entscheidung, wie es nach der Schule weitergehen soll. Erstmalig habe ich mit diesem Jahrgang in Kooperation mit der Universität Mannheim im März eine Veranstaltung dazu organsiert, wie man sich bei einer Universität bewirbt. Dabei wurde darauf eingegangen, welche Unterlagen und Zertifikate erforderlich sind, und wo man diese hochlädt. Außerdem gibt es besonders gefragte Studienrichtungen wie Medizin mit einem Numerus Clausus, einem bestimmten Notendurchschnitt im Abitur, für welche man sich in der Regel zentral über die Website hochschulstart.de bewerben muss. Ebenso wurden Tipps zur Wohnungssuche und frühzeitigen Bewerbung um Plätze in Studentenwohnheimen gegeben.
Erfreulicherweise ist nicht nur mir aufgefallen, dass unsere Schülerschaft sehr interessiert an den verschiedenen Veranstaltungen mitgewirkt hat. Das Thema Berufsorientierung wird ernst genommen.
Ich möchte mich an dieser Stelle sehr bei allen Referentinnen und Referenten für die engagierte Unterstützung bedanken und hoffe, dass wir durch die verschiedenen Angebote unseren Schülerinnen und Schülern Orientierungshilfen für ihren weiteren Ausbildungsweg nach der Schule geben können!
Herzliche Grüße aus dem Bereich Studien- und Berufsorientierung
Katrin Neuhäusel