Hinschauen, handeln, helfen: Wie man Risiken in sozialen Netzwerken vorbeugt

Im Rahmen unseres Präventionskonzepts führte die Deutsche Schule Las Palmas de Gran Canaria Ende Februar verschiedene Vorträge und Workshops durch mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen, Handeln in Risikosituationen rund um Internet und sozialen Netzwerken zu trainieren und Maßnahmen zur Sicherheit und Schutz der Schulgemeinschaft durchzuführen. Unser Medienkonzept umfasst Veranstaltungen für alle Jahrgangsstufen. In Klasse 7 liegt der Schwerpunkt auf Risikosituationen wie Grooming, Sexting und Cybermobbing sowie auf dem Training kommunikativer Fähigkeiten und konkreter Handlungsstrategien, um schwierige Situationen rechtzeitig zu stoppen.

Zum Einstieg in das Thema Cybermobbing (Klasse 7) vermittelte Pantallas Amigas am 23. Februar die Grundlagen: Regelverstöße erkennen, Auswirkungen verstehen und verantwortungsbewusst handeln. Dieser Impuls bereitete die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler gezielt auf die praktische Arbeit vor.

Am Freitag, den 27. Februar, leiteten zwölf Studierende der Universität Fernando Pessoa gemeinsam mit ihrer Dozentin, Dr. Liliana Moreno, die praxisnahe Vertiefung zu Risiken von Internet und sozialen Netzwerken – im Rahmen eines Service-Learning-Projekts, in dem Studierende nach eigener Recherche Schulen unterstützen, um Risikosituationen vorzubeugen. Die Klasse 7 arbeitete in Zweierteams und nahm, jeweils von einer Mentorin bzw. einem Mentor (Psychologiestudierende) begleitet, an Simulationen typischer Online-Risiken teil (Grooming, Sexting, Cybermobbing):

  • Die Schülerinnen und Schüler hörten Sprachnachrichten einer unbekannten Person, die an Schlüsselmomenten angehalten wurden, um die Situation zu analysieren und eine angemessene Reaktion zu trainieren. So konnten die Lernenden ihre Antworten unmittelbar erproben und trafen Entscheidungen in Echtzeit – begleitet von den Studierenden, die Fragen stellten, Alternativen aufzeigten und schützende Reaktionen festigten. „Mir erschien es unterhaltsam und lehrreich. Falls ich jemals in so eine Situation gerate, weiß ich jetzt, wie ich reagieren kann“, fasste ein Schüler seine Erfahrung zusammen.

  • In einer zweiten Übung nahmen die Jugendlichen an einem fiktiven Chat teil, der sich sichtbar in Richtung Cybermobbing entwickelte. Sie übernahmen verschiedene Rollen, setzten Stoppsignale, baten um Unterstützung und reflektierten, wie sich solche Dynamiken rechtzeitig unterbrechen lassen, ohne bloß Zuschauer zu bleiben. Besonders geschätzt wurde der interaktive Charakter: „In anderen Vorträgen hört man nur zu, hier konnte man selbst mitmachen.“ Dass die Anleitung von jungen Erwachsenen kam, erhöhte die Glaubwürdigkeit: „Es ist besser, wenn das junge Leute machen, die so etwas vielleicht selbst erlebt haben.“

  • Eine dritte Übung bestand in der Analyse eines Videos, das eine Cybermobbing-Situation zeigte, bei der mit KI bearbeitete Fotos oder Sticker in Netzwerken verbreitet wurden. Durch Kamerazooms und Pausen wurden die Siebtklässler aktiv einbezogen, um ihre möglichen Reaktionen zu besprechen und Handlungsoptionen abzuwägen: Teil des Mobbings werden, schweigend zuschauen oder aktiv stoppen.

Die Studierenden äußerten sich sehr positiv zur Vorbildung der Klasse 7 bezüglich Risiken in Internet und sozialen Netzwerken sowie möglicher rechtlicher Konsequenzen und hoben die Offenheit der Schülerinnen und Schüler hervor, Gefühle, Ängste und Fragen zu offen anzusprechen.

Folgende Kompetenzen wurden im Workshop erreicht:

  • Sicherheit in der Schulgemeinschaft stärken, um Grenzverletzungen beim Gebrauch von Internet und sozialen Netzwerken frühzeitig zu erkennen
  • Online-Risiken bewusst wahrnehmen
  • Zivilcourage trainieren, um Risikosituationen rechtzeitig zu stoppen
  • Vertrauenspersonen einbeziehen, um Hilfe und Orientierung beim Umgang mit diesen Problemlagen zu erhalten

Wir danken den Lehrkräften für die Organisation und die zur Verfügung gestellte Unterrichtszeit sowie der Universität Fernando Pessoa und Dr. Liliana Moreno für die engagierte Zusammenarbeit – bereits im zweiten Jahr an unserer Schule. Die professionelle Begleitung durch die Studierenden war ein wesentlicher Beitrag zur Medienprävention in unserer Schulgemeinschaft.

Dominik Scheider